Trafo-Station
Spurenwechsel. Zeitenwechsel. Richtungswechsel.
Ein Treffpunkt für alle, die sich im Wandel befinden
Moin, hier entsteht ein neues Projekt.
Ich glaube, dass wir uns mitten in einer grossen Transformation befinden. In einem big shift, der Technologie und Kultur zugleich betrifft und über den Menschen in 100 Jahren in ihren Geschichtsbüchern lesen werden. Rückblickend wird all das, was wir heute erleben, dann wie eine lineare, logische und eindeutige Entwicklung aussehen. Der Haken ist nur: Das Leben wird vorwärts gelebt und erst rückblickend verstanden.
Von jetzt aus gesehen, können wir höchstens ahnen, was kommt. Wir sind mittendrin und haben noch keine Übersicht; wir lernen erst im Gehen. Um dabei munteren Schrittes zu bleiben, können wir uns im Jonglieren von Vorfreude und Mut, Wissen und Nichtwissen, Zweifel und Überraschung üben. Wir können von unseren Einsichten berichten, Verbundenheit kultivieren und uns gegenseitig Zuversicht zuwerfen.
Das Trafo-Projekt ist ein Logbuch unserer Zeit.
Eine Art gemeinsamer Reisebericht, Zeitzeugnis und Erkenntnissammlung - gespickt mit Mut-Pflastern, Seelenbalsam und kleinen Wegweisern. Es ist auch so etwas wie ein Erinnerungsalbum, Goldenes Buch („Ich war hier“) und Nachschlagewerk für uns und unsere Reisegefährten.
Die Leitgedanken:
⭐️ Von den Erfahrungen anderer lernen
⭐️ Inspirierende Einsichten - auch für alle mit wenig Zeit
⭐️ Blicke über die eigene Bubble hinaus
⭐️ Schwarmintelligenz nutzen
⭐️ Mitmachen macht Magie
⭐️ Wir sind nicht allein
Und so funktioniert es:
Jeder Logbucheintrag besteht aus 1-2 Antworten auf entsprechend 1-2 ausgewählte Fragen.
Die Fragen können frei aus diesem Fragenset ausgewählt werden.
-
* Gibt es ein Modell/Theorie/Denkweise, die deinen Blick auf Veränderung besonders geprägt hat?
* Was begegnet dir in deiner Arbeit immer wieder, wenn Menschen sich mit Veränderung konfrontiert sehen
* Welche Haltung hast du im Laufe der Zeit gegenüber Veränderungen entwickelt?
* Welche unerwartete Herausforderung (oder Überraschung) brachte eine Veränderung in deinem Leben mit sich?
* Was hättest du gerne früher verstanden?
* Welche Entscheidung würdest du immer wieder so treffen?
* Was hättest du früher nie von dir heute gedacht?
* Was hat jemand anderes getan, das dich nachhaltig beeindruckt, inspiriert oder motiviert hat?
* Was hilft dir an schlechten Tagen? (Welche Fähigkeit, Tools, Maßnahmen, ...)
* Was war der Preis für eine Entscheidung, die sich als gut erwiesen hat?
* Welche Gewohnheit oder Strategie hat dir durch eine Umbruchphase geholfen?
* Welches Buch oder Kurs hatte einen maßgeblichen Einfluss auf dich - und warum?
* Welche Sache oder Überzeugung hast du aufgegeben, die früher deine Identität war?
Schreib deine Antworten gerne an ella@twominutebreak.com - oder per Formular!
✨ Diese Seite ist noch nicht öffentlich verlinkt.
Derzeit enthält das Logbuch drei Platzhalter-Einträge.
Englische Einträge bleiben im Original und werden ggf. durch eine kurze Übersetzung ergänzt.
Alle Beitragenden erhalten eine Info, wenn das Projekt online (bzw. öffentlich verlinkt) ist.
… und so werden die Beiträge dann aussehen 👇
Logbuch
Logbook
07
Carsten Fischer
neugieriger Frühaufsteher und angehender Schriftsteller; wehrt sich gegen zu einfache Erklärungen und möchte verstehen, was die Welt in ihrem Innern zusammenhält; ex-Banker, hat nach 25 Jahren seinen Job aufgegeben, um sich seinen beruflichen Traum zu erfüllen
01
Welches Buch oder Kurs hatte einen maßgeblichen Einfluss auf dich - und warum?
Die unendliche Geschichte! Als der Film erschien, meinte mein Bruder, ich solle diesen nicht ansehen, ohne das Buch zuvor gelesen zu haben. Andernfalls würde ich mich für immer dieser Geschichte berauben. Bis dahin musste man mich zu jeder Form des Lesens zwingen, Deutsch war mein schlechtestes Schulfach. Was mich auch immer plötzlich antrieb: innerhalb von zwei Wochen las ich die gesamten vierhundert Seiten, das erste Buch überhaupt, das ich freiwillig gelesen habe. In diesem Moment verstand ich, dass Bücher nichts anderes als fixierte Fantasie waren und meine eigene damit bereicherten wie nichts anderes sonst. Seitdem wuchs in mir der Traum, Schriftsteller zu werden, bis dieser schließlich derart stark wurde, dass ich ihm nicht mehr ausweichen konnte.
02
Welche Haltung hast du im Laufe der Zeit gegenüber Veränderungen entwickelt?
Veränderungen sind für mich Chancen und Chancen lassen sich nur mit Lust auf Veränderungen nutzen. Meiner Erfahrung nach sind es weniger die Veränderungen als solche, die uns belasten, sondern das Gefühl der Fremdbestimmtheit. Daher mache ich mir bei aufgezwungenen Veränderungen die eigenen Freiheitsgrade bewusst und versuche, diese zu nutzen. Nichts fühlt sich schlimmer an, als ein Ausgeliefertsein. Bei selbstgewählten Veränderungen erwarte ich stets Hindernisse, an denen ich mir vornehme zu lernen. Lernen ist sinnstiftend. Und das Wichtigste: aufschreiben! Ich nehme ein leeres Blatt und fülle diese Dinge mit Leben. Andernfalls bleiben diese generisch und damit nutzlos.
06
Marie-Luise Küter
Autorin, Naturliebhaberin, Pferdemama, Leseratte. Macht ungern das, was alle tun. Ist 2021 spontan nach Panama ausgewandert.
01
Welche Entscheidung würdest du immer wieder so treffen?
Spontan nach Panama auszuwandern! Ich habe damals gedacht: Jetzt oder nie. Und mich für „jetzt“ entschieden, obwohl ich nicht alles zu einhundert Prozent durchdacht hatte. Dass es zwar total verrückt, aber dennoch die richtige Entscheidung war, sehe ich daran, dass sich hier in Panama alles einfach wunderbar gefügt hat. Ich lebe meinen Traum, obwohl ich bis vor ein paar Jahren keine Ahnung hatte, wie er aussieht. Jetzt weiß ich es: Ein Leben mit meinem Freund in einem kleinen Dorf inmitten atemberaubender Natur und mit meinen drei Pferden an meiner Seite.
02
Welche Gewohnheit oder Strategie hat dir durch eine Umbruchphase geholfen?
Schreiben! Nur wenige Wochen vor der Abreise nach Panama habe ich angefangen, meine Erlebnisse für Freunde und Familie in einem Blog festzuhalten. Die Texte sind so gut angekommen, dass ich nun ein Buch daraus gemacht habe. Damit erfülle ich mir meinen nächsten Traum: Autorin zu sein und keinen Tag mehr arbeiten zu müssen – weil sich alle Aufgaben rund ums Bücherschreiben für mich nicht nach Arbeit anfühlen.
05
Vera Spiller
Denkt über Bewusstsein, Würde und Freiheit nach.
Ist Mutter, Forscherin, Reisende - und übt sich in einer Liebe, die loslassen kann.
01
Was hättest du gerne früher verstanden?
Dass es begründete Hoffnung gibt, dass alles, was wir lieben — und alle, die wir lieben — über den Tod hinaus weiterbestehen.
Nicht als Trostidee, sondern als ernstzunehmende Möglichkeit, die Würde verleiht: unserem Leben, unseren Beziehungen, unserem Leiden.
Hätte ich das früher wirklich verstanden, wäre manches leichter gewesen.
02
Was war der Preis für eine Entscheidung, die sich als gut erwiesen hat?
Der Preis war, dass manche Menschen meinen Weg nicht mehr mitgehen wollten.
Aber es kamen neue hinzu.
Ich habe gelernt: Meine Tür steht für alle offen.
Doch Liebe bedeutet nicht festhalten.
Liebe bedeutet, die Tür zu öffnen — damit der andere frei entscheiden kann, zu gehen oder zu bleiben.
04
Vincent Willkomm
Techniker & Reisefan, leidenschaftlicher Dauerläufer, begeistert sich für Finanzthemen und Selbstbestimmung und geht gerne unkonventionelle Wege.
01
Welche Entscheidung würdest du immer wieder so treffen?
Rückblickend gibt es eine Entscheidung, die ich jederzeit wieder genauso treffen würde: früh ins Berufsleben einzusteigen, Geld zu verdienen und sofort mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Diese Entscheidung hat mein gesamtes Leben geprägt – finanziell, beruflich und auch mental.
Nach der Realschule habe ich mich bewusst gegen den klassischen Weg mit Abitur und anschließendem Studium entschieden und stattdessen eine Ausbildung begonnen. Im Nachhinein war das einer der größten Hebel für meinen Vermögensaufbau.
Während viele Gleichaltrige noch acht bis zehn Jahre in Schule und Universität investierten, habe ich bereits Geld verdient, Berufserfahrung gesammelt und konnte früh anfangen zu investieren. Dieser zeitliche Vorsprung beim Einkommen – und vor allem beim Investieren – ist kaum aufzuholen. Ich habe im Job zusätzlich Gas gegeben: Überstunden, Wochenendarbeit und Auslandseinsätze gehörten über viele Jahre dazu. Diese Phase war intensiv, aber sie hat sich finanziell ausgezahlt.
Interessanterweise bedeutete der frühe Berufseinstieg keineswegs das Ende meiner beruflichen Entwicklung. Mein Arbeitgeber ermöglichte mir später über ein Förderprogramm, das Abitur nachzuholen und ein Luftfahrttechnikerstudium zu absolvieren – bei weiterlaufendem Gehalt. Das war eine außergewöhnliche Chance: Ich konnte mich fachlich weiterentwickeln, ohne den finanziellen Vorsprung aufzugeben.
Ein zweiter entscheidender Faktor war mein Umgang mit Geld. Ich habe immer deutlich unter meinen Möglichkeiten gelebt. Nicht aus Zwang, sondern aus Überzeugung. Der Fokus lag früh darauf, Kapital aufzubauen statt Konsum zu maximieren. Schon früh habe ich begonnen zu investieren – und zwar über verschiedene Anlageklassen hinweg. Diversifikation war für mich von Anfang an ein wichtiger Grundsatz. Natürlich lief dabei nicht immer alles perfekt. Rückschläge gehören zum Investieren dazu. Aber statt mich entmutigen zu lassen, haben mich diese Erfahrungen eher motiviert, dazuzulernen und bessere Entscheidungen zu treffen.
Schon während meiner Ausbildungszeit hatte ich einen klaren Gedanken im Kopf: In jungen Jahren Gas geben, Vermögen aufbauen – und mir damit später ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dieser Plan hat mich über viele Jahre getragen. Ich wusste, dass der Weg Ausdauer braucht. Aber genau dieses Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt. Mit etwa 40 Jahren war die erste Million erreicht. Das war der Moment, in dem ich im Job erstmals deutlich kürzertreten konnte.
Nach diesem Meilenstein habe ich meinen Arbeitsumfang bewusst reduziert: Teilzeitmodelle, längere Auszeiten und mehr Raum für persönliche Projekte. Mit der Zeit wurde immer klarer, dass ein kompletter Ausstieg aus dem Angestelltenverhältnis nur noch eine Frage der Zeit ist. Noch vor meinem 50. Geburtstag werde ich diesen Schritt gehen.
Finanziell mache ich mir darüber keine Sorgen mehr. Die erste Million hat sich in weniger als zehn Jahren auf etwa das Zweieinhalbfache vermehrt. Da ich nie den Anspruch hatte, besonders luxuriös zu leben, reichen meine Kapitalerträge aus, um meinen Lebensstil langfristig zu finanzieren. Sehr wahrscheinlich werde ich sogar einen großen Teil meines Vermögens später weitergeben können.
War es das wert? Rückblickend gab es definitiv Phasen, in denen ich auf Dinge verzichtet habe. Weniger Konsum, mehr Arbeit, ein klarer Fokus auf Vermögensaufbau. Aber wenn ich sehe, welche Freiheit mir diese Entscheidungen heute ermöglichen, würde ich diesen Weg jederzeit wieder gehen. Denn finanzieller Erfolg bedeutet für mich nicht Status oder Luxus. Er bedeutet vor allem eines: Selbstbestimmung über die eigene Zeit und das eigene Leben. Und genau dafür hat sich dieser Weg gelohnt.
03
Larissa Kahr
Organisationsentwicklerin & Biochemikerin, umtriebig zwischen Wien, Graz und internationalen Projekten. Ist auf dem systemischen Weg und hat eine Leidenschaft für achtsame Organisationen und Yoga.
01
Gibt es ein Modell/Theorie/Denkweise, die deinen Blick auf Veränderung besonders geprägt hat?
Eine meiner Eigenschaften war immer, Dinge und Themen aus der Metaebene zu betrachten und verschiedene Aspekte und Meinungen einzubringen: Es gibt immer eine "sowohl" als "auch". Dafür wurde ich oft belächelt, gerade im unternehmerischen Kontext. Jetzt weiß ich: diese Eigenschaft nennt sich Perspektivenwechsel und ist Teil der systemischen Haltung. Wir denken zirkulär, in Systemen und nehmen die Welt nicht neutral war, sondern durch unsere individuellen "Brillen". Diese Systemische Haltung hilft aber auch in Wechselwirkungen zu denken, damit wir nicht überrascht sind, wenn Unvorhergesehenes passiert." Und das ist somit in diesen Zeiten des Wandels ein hilfreiche Fähigkeit.
02
Katha (Opandi) Biebl
Comp&Ben-Spezl, Wandermaus und Müllerin, Sängerin und Sprechtalent, unterwegs in München und den Alpen. Hat vor einigen Monaten ihren Job gekündigt und nimmt sich nun eine Besinnungs-Auszeit.
01
Was hättest Du gerne früher verstanden?
Hinter jedem Verhalten steckt ein persönliches und höchst individuelles Bedürfnis. Und manche Bedürfnisse, vor allem die nach Macht, Gier und politischer Arroganz kann ich zwar begreifen, aber überhaupt nicht nachvollziehen. Mir ist immer an Fairness und Gerechtigkeit im Betrieb gelegen. Und daher hielt ich es für meine Pflicht überzeugen zu wollen in der Hoffnung, das bestimmte Forderungen nicht sinnvoll sind und sich über das Maß und dem Rahmen hinaus strecken. Das sture Festhalten an „er-muss-doch-einsehen-dass-seine-Forderung-nicht-kompatibel-mit-den-hauseigenen-Regularien-ist“ bringt gar nichts. Mit einer gelassenen und milden Einsicht lässt sich oft ein tragbareres Ergebnis erzielen.
02
Was hat jemand anderes getan, das dich nachhaltig beeindruckt, inspiriert und motiviert hat?
Mich beeindrucken immer wieder Leute, die Großes leisten und die Grenzen überschreiten, wie Extrembergsteiger, oder Extremsportler. Auch Aussteiger wie Christine Thürmer, die ihren Beruf aufgab, und nun durch die Welt wandert, finde ich sehr inspirierend. Es hilft mir oft, mir in meinem Kosmos Mut zu machen für diverse körperliche Herausforderungen und Wanderabenteuer.
01
Ella
Auszeitnehmerin, Thinking Partner & Perspektivenliebhaberin, Web-Bastlerin, Norddeutsche, Australienfan. Hat nach vielen Jahren ihren Job verlassen und geht jetzt den Pathless Path.
01
Welche Entscheidung würdest du immer wieder so treffen?
Die Entscheidung für eine 4-Tage-Woche war sicherlich ein (unbewusster) wichtiger Teil meines Abnabelungsprozesses aus der klassischen Karriere. Als ich dann ganz ausgestiegen war, habe ich mir eine lange Auszeit genommen, um wirklich zu resetten. Ich kam mir vor, wie eine verkrumpelte Telefonschnur, die man erst einmal aushängen lassen muss (falls das Sinn macht und das überhaupt noch jemand kennt). Eine gute Idee war es auch, irgendwann wieder mehr Kreativität in mein Leben zu lassen: einen Blog zu starten, Squarespace zu lernen, mit neuen technischen Tools zu spielen und sich auszuprobieren.
Vor ein paar Jahren habe ich eine Art tägliche Walk-around-the-block-Routine begonnen (spazierengehen eben ;) - und ich stelle immer wieder fest, wie gut das tut, wie es wirklich etwas in Bewegung bringt, das Oberstübchen durchlüftet, neue Gedanken hervorbringt.
Und, es war eine gute Entscheidung, seit Arbeitsbeginn einen Teil meines Gehalts gespart und investiert zu haben, um mir damit immer wieder ein bisschen Freiheit eintauschen zu können.
02
Welche Gewohnheit oder Strategie hat dir durch eine Umbruchphase geholfen?
Reden (mit Freunden, Partner, Coach), mich selbst an Relevantes zu erinnern (Notizen in den Kalender schreiben und regelmässig anschauen), rausgehen (spazierengehen), Tischtennis spielen (draussen, an Schulen), einen bewussten Entschluss zu fassen. Mich im Vertrauen-haben zu üben. Ein neues Projekt starten.
Jemand sagte zu mir “Entspann dich in den Prozess.” Klang schräg, hat aber irgendwie funktioniert. Gefühle zuzulassen und “da durchzugehen” - und ja: akzeptieren, mit offenen Fragen zu sein.